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Thema: Hautpilz

Hautpilz: Schnelleinsatz gegen lästiges Jucken

Hautpilz betrifft nicht nur die Füße. Er breitet sich überall dort aus, wo es feucht und warm ist. Ist das Immunsystem geschwächt oder die Durchblutung gestört, wächst das Risiko zusätzlich
von Barbara Erbe, aktualisiert am 10.04.2017

Erst einmal jucken und beißen sie nicht. Genauso wie Bakterien, besiedeln viele Pilze die Haut oder den Körper ganz natürlich, erklärt Dr. Hans-Michael Mühlenfeld, Landesvorsitzender des Hausärzteverbandes Bremen. "Zu einer Entzündung kommt es nur dann, wenn Hautpilze über kleine Risse oder Verletzungen in die Haut eindringen." Tiefere Schichten sind nur selten betroffen, denn die Pilze ernähren sich vor allem von dem in der Oberhaut steckenden Eiweiß Keratin, das Haut und Haaren ihre Festigkeit verleiht. Ist das Immunsystem geschwächt, etwa wegen einer allgemeinen Erkrankung oder auch nur örtlich an einer entzündeten Hautpartie, können sich die Pilze einnisten.

Besonders häufig tun sie das, wo es feucht und warm ist, beispielsweise in den Hautfalten unter der weiblichen Brust oder unter den Achseln. Auch zwischen den windelbedeckten Speckröllchen eines Babypopos oder an der Haut zwischen den Fußzehen finden Hautpilze ideale Wachstumsbedingungen vor. Jeder dritte Deutsche leidet unter Fuß- oder Nagelpilz, bei Menschen ab 65 Jahren sogar jeder zweite, berichtet Hans-Jürgen Tietz, Professor am Berliner Institut für Pilzkrankheiten. Besonders häufig ist der sogenannte "Athletenfuß". Sportlerfüße stecken regelmäßig in engen und schweißgetränkten Schuhen, wo sich Hautpilze richtig wohlfühlen.

Früh behandeln, Ansteckung vermeiden

Meist beginnt es damit, dass die Haut an den betroffenen Stellen aufweicht. Sie rötet sich, verliert kleine weiße Schuppen und juckt. Manchmal entstehen schmerzhafte Risse. "Wird nichts dagegen unternommen, breitet sich der Pilz über die Haut aus", weiß Tietz. "Eine Infektion sollte schnell behandelt werden, damit sie nicht auf andere Körperpartien übergreift, beispielsweise vom Fuß auf den Nagel." Dort ist sie schwieriger zu bekämpfen. Obwohl gerade bei Fußpilz-Patienten der Leidensdruck hoch sei, gäben viele schnell klein bei, berichtet der Dermatologe. "Dabei ist Hautpilz nicht nur gut heilbar, seine Behandlung ist allein schon wegen des Infektionsrisikos ein Muss. Wer Hautpilz nicht bekämpft, steckt auch andere an."

Wer zum ersten Mal Hautpilz bei sich entdeckt oder an chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus leidet, sollte vorsichtshalber gleich zum Arzt gehen. Das gilt generell für Kinder und schwangere Frauen. "Ein Arzt kann gegebenenfalls eine Probe nehmen, um den genauen Erreger bestimmen und gezielter bekämpfen zu können oder um andere mögliche Ursachen wie Neurodermitis und Schuppenflechte ausschließen zu können", sagt Mühlenfeld.

Wirksame Mittel aus der Apotheke

In den meisten Fällen genügt aber ein rezeptfrei in der Apotheke erhältliches Pilzmittel zum Auftragen (Antimykotikum), um einen Hautpilz im Anfangsstadium loszuwerden. "Für nässende Zwischenräume eignet sich eher Puder, an trockenen Stellen eine Salbe." Zu bedenken gibt Tietz allerdings, dass die Selbstbehandlung immer eine so genannte "blinde Therapie" sei, also eine Therapie ohne genaue Kenntnis des Erregers. "Deshalb sollte man in der Apotheke ein Mittel mit einem möglichst breiten Wirkstoffspektrum wählen", rät der Pilz-Experte. "Dieses sollte man so lange wie vorgeschrieben verwenden – und keinen Tag kürzer." Gleichzeitig sollten befallene Hautpartien möglichst wenig schwitzen und viel Luft abbekommen – zum Beispiel in offenen Schuhen oder luftiger Kleidung. Infizierte Wäsche oder Schuhe sollten mit einem wirksamen Mittel aus der Apotheke desinfiziert oder bei mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden. Beruhigt sich die Haut nach einigen Tagen trotz Behandlung nicht, ist es spätestens jetzt an der Zeit, zum Arzt zu gehen.

Gut abtrocknen und pflegen

Da eine durchgestandene Hautpilzerkrankung nicht immun macht, legt Hans-Jürgen Tietz seinen Patienten Vorbeugung ans Herz: "Wo viele Menschen barfuß laufen und pilzinfizierte Hautschuppen verlieren, sind Badeschlappen Pflicht." Also im Schwimmbad und in der Sauna genauso wie im Fitnessstudio oder auf Teppichböden. Das gelte nicht nur im Hotelzimmer, sondern auch zu Hause, falls ein Familienmitglied an Fuß- oder Nagelpilz erkrankt ist. Um Hautpilzen keinen optimalen Nährboden zu bieten, hilft es, nach jedem Wasserkontakt die Haut und vor allem die Zwischenräume zwischen Hautfalten oder Fußzehen mit dem eigenen Handtuch gründlich abzutrocknen und gegebenenfalls eine Pflegecreme aufzutragen. Kleidung und Schuhe aus atmungsaktivem Material vermiesen Pilzen das Klima.

Einfache Vorsichtsmaßnahmen

Besonders wichtig sind diese Vorsichtsmaßnahmen für Menschen, die eine familiäre Neigung zu Pilzerkrankungen haben, sowie für alle, deren körperliche Abwehr durch eine chronische Krankheit wie zum Beispiel Diabetes mellitus geschwächt ist. Ebenfalls gefährdet sind Menschen mit Durchblutungsstörungen, etwa die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch "Schaufensterkrankheit" genannt. Selbst gesunde Menschen, die zu kalten Füßen neigen, müssen besser aufpassen als solche, deren Füße auch im tiefsten Winter warm bleiben. Mit diesen Informationen sollten Sie gewappnet sein, Hautpilz konsequent den Nährboden zu entziehen.


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